Der Monat ist das bessere Jahr … bezüglich deiner Ziele

Neujahr, ein beliebiges Jahr, gegen 11 Uhr. Zu Hause. Die Kaffeemaschine dampft und gurgelt während letzte kleine Aspirinbröckchen im Wasserglas verschwinden. Du bist noch mit einem Bein im alten Jahr, bei der Feier gestern und hast seit dem Aufwachen die Gewissheit (aus der Erfahrung von vielen ähnlichen Nächten deines Lebens) dass der letzte Gin Tonic ein stummer Begleiter deines Tages sein wird, ein treuer Kater aber eigentlich gar nicht so schlimm. Vertraut und zahm.

Jungfräulich liegt es also vor dir, das ’Neue‘ – gerade ein paar Stunden alt. Der Gedanke an die neuen Möglichkeiten, an die neuen Erlebnisse macht dir im Prinzip gute Laune – du freust dich auf neue Impulse für Körper und Geist, hast Lust dir Ziele zu setzen und dieses Mal – ja, dieses eine Mal wirklich – auch umzusetzen. 10 Kilo, 100 Bücher, 1000 Minuten meditieren (z.B. mit der großartigen App Headspace), 10.000 Euro anlegen – alles scheint möglich.

Anfang April im gleichen Jahr – Samstag. Wieder 11 Uhr. Wieder zu Hause. Wieder gurgelt die Kaffeemaschine. Der Kater ist wieder da – allerdings dieses mal ohne Gin in deiner Blutbahn und Aspirin brauchst du auch keine. Der Kater bezieht sich auf die Nichterreichung deiner Ziele. Stück für Stück, poco a poco haben sie sich verabschiedet.

Dabei lief es zuerst gut. Die Mediation gleich nach dem Aufstehen um nicht gleich zum Tagesstart passiv aus müden Augenschlitzen deine E-Mails zu lesen – kein Problem. Check. Einige Woche warst du joggen – sogar zweimal pro Woche. Check. Check. Für einige Zeit hast du dir auch nichts einverleibt mehr was deine Oma nicht als Essen erkannt hätte. Dieser Satz ist dir aus einem schlauen Buch hängen geblieben, das du im Zuge deiner Nicht-sinnlos-fernsehen Offensive gelesen hast. Check. Check. Check.

Die Meditation blieb dann als Erstes auf der Strecke – obwohl es dir gut getan hat und erste Effekte am Horizont sichtbar wurden. Aber irgendwann im neuen Jahr wurde der Alltag nervig und laut wie ein AK*. Plötzlich waren 10 Minuten ruhig ein- und ausatmen zu stressig (welch Ironie), Netflix übertönte deine Leseambitionen mit Leichtigkeit und einem nicht enden wollenden Serien- und Dokufeuerwerk. Und als du mit den Joggingschuhen das 2. Mal in Folge nicht über das Eck-Cafe mit der süßen Bedienung hinausgekommen bist wäre plötzlich auch deine Oma wieder irritiert gewesen, was du Abends auf deinem Teller hast.

Dein Zielkater – egal ob er mal etwas früher oder später im Jahr kommt, muss nicht sein. Und auch mehrere unterschiedliche Ziele in Bezug auf Körper, Geist und Knete zu verfolgen muss zu keiner Überforderung führen und kann dir völlig neue Einblicke ermöglichen. Du kannst dein Vertrauen in dich selbst mit jedem Monat steigern, indem du dich an folgende einfach, neue Regel hälst, für die Gary Vaynerchuck’s (ein faszinierender Mensch) folgendes Zitat eine Steilvorlage ist:

„Macro Patience, micro speed. They should not care about the next eight years, but they should stress the next eight days. The micro makes up the macro.“

Auf deine Ziele und den Rahmen übertragen heißt das. Teile das Jahr einfach in 12 Einzelziele auf, die dich deinen Makrozielen – Strandfigur, Investieren, Mentale Gelassenheit, Wissensaufbau – näher bringen.  Diese kannst du im Idealfall dann täglich dokumentieren – eine (Ziel-)Pause von 1-2 Tagen zwischen den jeweiligen Monaten kannst du dir hierbei natürlich gönnen. Statt weniger großer Ziele erhälst du so übersichtlichere, machbarere Herausforderungen und vor allem die Möglichkeit viel Neues auszuprobieren. Klingt banal wird dich aber gewaltig nach vorne bringen. Aus einigen Monatsvorhaben werden auf diese ganz automatisch langfristige Routinen, andere ziehst zwar durch bleiben aber nicht hängen – dazulernen wirst du immer.

In der Praxis kann das dann so aussehen:

  • Januar: 50 Kettlebellswings täglich
  • Februar: 10 Minuten Meditation mindestens 5 x pro Woche
  • März: 2 längere Fachartikel zu einem Wissensgebiet deiner Wahl, täglich
  • April: Buchführung über jede einzelne Ausgabe
  • Mai: 6 x Tage / Woche mindestens 10.000 Schritte
  • Juni: In einem Zeitfenster von 8 Stunden essen und 16 Stunden fasten
  • Juli: jeden Tag eine Podcast-Folge hören
  • August: 5 x pro Woche 2 Stunden an einem Stehpult arbeiten
  • September: Pro Woche 3 fremde Leute in ein kurzes Gespräch verwickeln
  • Oktober: den ganzen Monat auf Alkohol verzichten
  • November: täglich einen Geschäftsbericht eines Dax-Unternehmens lesen
  • Dezember: ein Dankbarkeitstagebuch führen

*Für die Wenigen die es noch nicht gehört haben. AK = Arschlochkind

Veröffentlicht in Ziele

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