Drei Schulfächer die ich gerne gehabt hätte (und die ich mir für alle Schulkinder wünsche)

Was sind deine Erinnerungen an die Schulzeit? Ich bin ehrlich: statt fachlichem Wissen, das erschreckend schnell und nachhaltig – manchmal sogar schon eine Stunde nach der Extemporale, geschweige denn 20 Jahre später – erodiert ist, sind es nahezu ausschließlich emotionale Erinnerungen wie die ersten Schmetterlinge im Bauch als Aurora aus der 7b einmal rüberlächelte oder als wir in der dritten und vierten das WM-Endspiel Deutschland – Argentinien nachspielten, die eigenen Namen freiwillig gegen Jürgen, Klaus und Lothar eintauschten (ja verdammt lang her – wenigstens nicht Franz, Paul und Sepp) und uns völlig in Zeit und Raum vergaßen.

Auch wenn ich diese Erinnerungen für nichts in der Welt hergeben würde: wäre es nicht zusätzlich schön und unendlich wertvoll gewesen, gelernt zu haben wie man eigentlich überhaupt etwas lernt, die Macht des Zinseszins zu verstehen oder die freie Rede gezielt und wirkungsvoll einzusetzen. Nicht das diese Themen nicht hier und da angerissen wurden. Allerdings immer mit dem Geschmäckle eher eine Beilage zu sein nicht Fisch oder Fleisch, noch nicht einmal Rote-Beete-Carpaccio. Der Fokus lag immer auf versetzungsrelevanten Fächern und die Zeit für den durchzugehenden Stoff war knapp.

Das soll keinesfalls ein Abhandlung darüber werden, was alles in der Schule im Argen liegt und warum Reformen in diesem Bereich schwerfällig sind wie das Umdrehen eines Tankers. Andere – u.a. Sir Ken Robinson, Richard David Precht – können das viel besser, kompetenter und unterhaltsamer. Es ist nur eine kurze Wunschliste an Themen, die in 21 Nach-Schuljahren als Erwachsener peu à peu durch eigene Erfahrungen und das eigentliche Anforderungsprofil des Lebens zustande kam. Welche Inhalte hätten mir in der Zeit nach (aber eigentlich auch schon während) der Schule signifikant und nachhaltig weitergeholfen?

Lernen zu lernen

Da ist zunächst einmal das Lernen aus der Vogelperspektive: statt sich jeden Schul- und Lerntag in endlosen Details, Vokabeln und Formeln zu verlieren die zum einen Ohr rein und zu anderen Test wieder rausgehen wäre es doch verdammt hilfreich eine Anleitung zu bekommen wie man überhaupt lernt. Ausgestattet mit einem fundierten Verständnis wie das eigene Gehirn funktioniert, welche Erinnerungstechniken es gibt und wie man sie einsetzt, wie man sich richtig Ziele setzt aber auch wie sich Ablenkungstiger wie Facebook, Twitter und Co. zähmen lassen würde eine Werkzeugkiste aufgebaut werden, die das ganze Leben verwendet werden kann.

Finanzielle Bildung

Was würde ich dafür geben, wenn mir im Alter von 14 – 18 Jahren (vorher wäre ich wahrscheinlich leider noch nicht adäquat aufnahmefähig gewesen) jemand die Macht des Zinsenzins-Effekt erklärt hätte. Und zwar nicht nur mathematisch sondern vor allem auch in Form eines emotionalen Appells daran welche Möglichkeiten und vor allem welche Freiheiten sich daraus ergeben. Doch nicht nur der Zinseszins-Effekt – etwas über die Grundlagen des Sparens, der Geldanlage, über die Steuern und das eigene  Verhältnis zu Geld zu lernen hätte die persönliche Bildungsrendite konstant ansteigen lassen.

Präsentation

Eine Idee aber ebenso sich selbst gut zu verkaufen, zu präsentieren ist im heutigen beruflichen und privaten Umfeld kein nützliches Feature mehr sondern eine Grundvoraussetzung für den Erfolg – Punkt. Präsentationen und freies Reden liegen oftmals außerhalb unserer Komfortzone – nicht von ungefähr ist die Angst vor Publikum zu sprechen nicht selten Tabellenführer der Angstliga. Dabei ist es ein königliches Gefühl sich selbst überwunden zu haben, zu merken dass man vom Publikum nicht aufgegessen wird und mit jeder weiteren Präsentation ein klein wenig sicherer zu werden. Wie schön wäre es in diesem Bereich schon zu Schulzeiten Routinen und Techniken zur Vorbereitung und Umsetzung an die Hand zu bekommen und vor allem regelmäßig daran zu arbeiten so dass man schon ein alter Hase in jungem Körper ist wenn man in die Arbeitswelt eintritt.

Die Integration dieser drei Themen in den Schulalltag wäre in höchstem Maße versetzungsrelevant. Es würde die Kinder und Jugendlichen in die Lage versetzen besser für ihre persönliche, berufliche und finanzielle Zukunft gerüstet zu sein.

Stoff für die nächste Ex …

Ken Robinson
Richard David Precht
Finanzielle Bildung
Präsentationen von den Besten lernen

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